Die Atelierpost von Atelierwerkstatt filzgewandt
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So langsam geht es vorwärts…
 
mit dem Frühling im Erzgebirge. Die Blüten an unserer uralten Magnolie trauen sich so langsam raus und die Hasenbabies im Stall haben auch ihr Nest verlassen. Bald werden auch wieder Schafe bei uns einziehen und mir bei der Rasenpflege helfen. Als wir vor 9 Jahren unser Haus mit dem schönen großen Garten gekauft haben, habe ich erst die Wolle der Schafe getestet, ob die sich zum Filzen eignet. 
 
Wie ich schon durch Erfahrung lernen musste, eignet sich ja nicht jede Wolle gleich gut zum Filzen und selbst innerhalb einer Rasse gibt es Unterschiede. Aber die “erzgebirgische” Bergschafwolle tut was sie soll und so wünsche ich mir jedes Jahr ein schwarzes und ein weißes Schaf…und bevor uns die Schafe im Herbst wieder verlassen kommt der “Friseur” und verpasst ihnen eine schicke Kurzhaarfrisur und ich mopse mir zwei Säcke schöner Wolle. 😉
 
Hast du dich schon mal gefragt, was man beim Filzen mit Rohwolle beachten sollte oder worauf man Wert legen muss? Ich bekomme diese Frage immer mal wieder gestellt…
 
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Nun, ich bin kein Experte für das Filzen mit Rohwolle, aber so ein paar grundlegende Tipps kann ich dir mit auf den Weg geben, sollte dich mal jemand Fragen, ob du Bedarf an Schafwolle hast, weil du bist ja Filzer*in. 
 
Tipp 1
Wenn du die Möglichkeit hast, probiere es vorher aus, ob sich die Wolle zum Filzen eignet oder nicht. Einfach eine kleine Menge Wolllocken auf einer kleinen Fläche kreuz und quer auslegen, mit warmen Seifenwasser befeuchten und dann wie gewohnt filzen…du brauchst die Wolle übrigens nicht vorher aufwendig zu waschen, das erledigt sich beim Filzen ganz von selbst. Wenn die Wolle so filzt, wie du dir das wünschst - Glückwunsch! Und wenn nicht, dann lass lieber die Finger davon, es sei denn du kannst die Wolle im Garten als Dünger verwenden oder brauchst Wolle zum Stopfen, die musst du dann aber unbedingt waschen (lassen).
 
Tipp 2
Wenn möglich, sei gleich bei der Schur dabei! So kannst du schon vorab die Wolle aussortieren und nur die “saubere” Wolle einpacken, der Rest wandert auf den Kompost. Am besten packst du die Schafwollvliese auch einzeln ein, also pro Schaf ein Sack - gut ist erstmal ein luftiger “Kartoffelsack”, damit die Wolle nicht anfängt zu schwitzen. Später kannst du diese dann in Plastikkisten verpacken. 
 
Tipp 3
Es ist nicht unbedingt notwendig, die Wolle vorab zu waschen, es sei denn du störst dich an dem Geruch von nasser Schafwolle - die riecht schon etwas strenger als unsere übliche Filzwolle. Ich zupfe mir zum Filzen dann immer ein paar Fasern aus dem Vlies, lockere das untere Ende, also die Schnittkante etwas auf und lege diese dann auf eine Basisschicht Wolle und verfilze sie wie gewohnt weiter.
 
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und noch ein letzter Tipp
Je nachdem, was du für Wolle hast ist es unbedingt notwendig ein wenig Lockenpflege zu betreiben, damit sich gerade die schönen Locken, z.B. vom Gotlandschaf oder Wensleydale nicht mit der Basis verfilzen. Dazu kannst du eine abgebrochene Filznadel verwenden und die Löckchen zwischen den einzelnen Filzvorgängen etwas aufzupfen, auch solltest du lieber im Filzprozess etwas mehr werfen und lupfen als rollen, das drückt die Löckchen zu platt und lässt sie leichter mit dem Untergrund verfilzen.
 
 
Ist das Thema “Filzen mit Rohwolle” eigentlich ein Thema bei dir? Hast du das schon mal ausprobiert? Was waren deine Herausforderungen dabei? Möchtest du mehr darüber erfahren, vielleicht in einem Blogartikel? Dann antworte mir doch gerne auf die E-Mail und stelle mir deine Fragen dazu. Das wäre doch eine prima Aufgabe über den Sommer. 😁
 
Lass es dir gut gehen!
 
Deine Ina
 

 
 

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